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Funktionieren im Alltag: Warum Verbindung zu sich selbst verloren gehen kann

  • Autorenbild: Monia von Burg
    Monia von Burg
  • 26. März 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Frau schaut zum Fenster hinaus

Viele Frauen tragen gleichzeitig Verantwortung in unterschiedlichen Lebensbereichen und halten im Alltag zahlreiche Anforderungen parallel aufrecht.


Nach aussen wirkt vieles stabil und organisiert. Innerlich kann jedoch eine Form von Anspannung entstehen, in der vor allem das Funktionieren im Vordergrund steht.


Dabei geht häufig ein Teil der eigenen inneren Wahrnehmung verloren – nicht abrupt, sondern schrittweise im Zusammenspiel verschiedener Rollen und Erwartungen.



Rollenvielfalt: Warum sie uns fordert


Frau Multitasking

In der Psychologie wird zwischen verschiedenen sozialen Rollen unterschieden – etwa im beruflichen, familiären oder sozialen Kontext.


Jede dieser Rollen ist mit Erwartungen verbunden, die sowohl von aussen als auch von innen wirksam werden.


Wenn mehrere dieser Erwartungen gleichzeitig aktiv sind und sich teilweise widersprechen, kann innerer Druck entstehen.


In der Forschung wird dies als Rollenkonflikt beschrieben – ein Zustand, der mit anhaltender Anspannung und erhöhter Erschöpfung einhergehen kann (Biddle, 1986; Sieber, 1974).


Ein wesentlicher Aspekt dieser Dynamik liegt in den inneren Erwartungen, die mit verschiedenen Rollen verbunden sind.


Diese Erwartungen bleiben häufig implizit und werden selten bewusst hinterfragt. Typisch sind dabei innere Orientierungen wie das Bedürfnis, niemanden zu enttäuschen, allem gerecht zu werden oder dauerhaft verlässlich zu sein.


In der Forschung wird in diesem Zusammenhang auch von „Role Overload“ gesprochen – einem Zustand, in dem die Summe der Anforderungen als dauerhaft zu hoch erlebt wird und mit emotionaler Erschöpfung einhergehen kann (Eagly & Wood, 2012).



Welche Erwartungen wirken in deinen Rollen?
Welche Erwartungen wirken in deinen Rollen? Oft wirken viele Anforderungen gleichzeitig – von aussen und von innen. Hier ein paar typische Beispiele.


Die Vorstellung, in allen Rollen gleichzeitig präsent und ausreichend zu sein, ist häufig zentraler Bestandteil dieser Überforderung.


Psychologische Ansätze wie die Acceptance and Commitment Therapy (ACT) weisen darauf hin, dass nicht die Reduktion einzelner Anforderungen entscheidend ist, sondern die innere Ausrichtung an persönlichen Werten (Hayes et al., 2006).


Dabei zeigt sich: Die Belastung entsteht weniger durch die Anzahl der Rollen, sondern durch die gleichzeitige innere Verpflichtung, allen Erwartungen gerecht werden zu müssen.


Grenzen und Prioritäten sind in diesem Kontext keine zusätzlichen Aufgaben, sondern Ausdruck eines veränderten Umgangs mit inneren Ansprüchen.



Fazit


Rollenvielfalt ist nicht per se belastend.


Schwierig wird sie dann, wenn sich die damit verbundenen Erwartungen überlagern und zu einer dauerhaften inneren Aktivierung führen.


In solchen Phasen steht häufig nicht die Anzahl der Aufgaben im Vordergrund, sondern die Art, wie verschiedene Anforderungen gleichzeitig innerlich wirksam bleiben.


Diese Dynamik zu verstehen, kann helfen, das eigene Erleben differenzierter einzuordnen – insbesondere dann, wenn das Gefühl entsteht, nur noch zu funktionieren.



Frau in Feld
Du musst nicht alle Rollen gleich stark erfüllen. Aber du darfst in allen Rollen du selbst bleiben. Du darfst Verantwortung tragen – aber nicht alles allein. Nicht perfekt. Nicht ständig. Nicht für alle.

Wenn du dich in dieser Beschreibung wiedererkennst, geht es oft nicht darum, noch mehr zu verändern oder besser zu organisieren.


Sondern darum, die eigene Situation genauer zu verstehen und einen Umgang damit zu finden, der langfristig trägt.


Genau dafür kann es hilfreich sein, einen geschützten Rahmen zu haben, in dem diese Zusammenhänge in Ruhe eingeordnet werden können.




Quellen

  • Biddle, B. J. (1986). Recent developments in role theory. Annual Review of Sociology, 12, 67–92. https://doi.org/10.1146/annurev.so.12.080186.000435

  • Eagly, A. H., & Wood, W. (2012). Social role theory. In P. Van Lange, A. Kruglanski, & E. T. Higgins (Eds.), Handbook of theories of social psychology (Vol. 2, pp. 458–476). Sage.

  • Hayes, S. C., Strosahl, K. D., & Wilson, K. G. (2006). Acceptance and commitment therapy: An experiential approach to behavior change. Guilford Press.

  • Sieber, S. D. (1974). Toward a theory of role accumulation. American Sociological Review, 39(4), 567–578. https://doi.org/10.2307/2094422

Monia von Burg Coaching

Coaching für Frauen | Parkstrasse 25, 5400 Baden | www.mvbcoaching.ch 




Monia von Burg

Wer bin ich?


Ich bin Monia von Burg, Psychologin (MSc UZH) und Coach für Frauen in Baden (AG) und online.


Ich begleite Frauen, die im Alltag viel Verantwortung tragen und merken, dass die innere Anspannung bestehen bleibt – auch dann, wenn nach aussen vieles funktioniert.


In meinen Coachings geht es nicht darum, noch mehr zu leisten oder sich besser zu organisieren.


Sondern darum, die eigene Situation differenziert zu verstehen und einen Umgang zu entwickeln, der langfristig mehr Stabilität im Alltag ermöglicht.





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