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Warum innere Anspannung im Herbst häufig zunimmt

  • Autorenbild: Monia von Burg
    Monia von Burg
  • 11. Nov. 2025
  • 5 Min. Lesezeit
Herbstliche Landschaft als Symbol dafür, dass innere Anspannung in bestimmten Jahreszeiten deutlicher spürbar werden kann.

Mit dem Wechsel in die dunklere Jahreszeit berichten viele Menschen von zunehmender Müdigkeit, geringerer Energie und innerer Erschöpfung.


Ein Teil dieser Veränderungen lässt sich durch biologische Faktoren wie den veränderten Lichteinfall und den Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus erklären (Wirz-Justice, 2018). Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Frauen gerade im Herbst eine anhaltende innere Anspannung deutlicher wahrnehmen als in anderen Jahreszeiten.


Psychologisch betrachtet muss diese Veränderung nicht zwangsläufig bedeuten, dass plötzlich mehr Belastung vorhanden ist. Vielmehr treffen unveränderte Anforderungen auf Ressourcen, die im Herbst häufig geringer verfügbar sind (McEwen, 1998).


Gerade Frauen mit hoher Mehrfachverantwortung berichten häufig, dass innere Anspannung oder mentale Erschöpfung im Herbst stärker in den Vordergrund treten. Unabhängig davon zeigt aktuelle Forschung, dass Frauen insgesamt häufiger über Erschöpfung berichten als Männer. Dabei spielen unter anderem wahrgenommener Stress, Schlafqualität und anhaltendes Grübeln eine wichtige Rolle (Golmohamadi et al., 2025).



Warum unveränderte Belastung im Herbst anders erlebt wird

Nachdenkliche Frau im Herbstlicht als Symbol dafür, dass innere Anspannung in ressourcenärmeren Phasen deutlicher wahrgenommen werden kann.

Viele Frauen erleben im Herbst nicht unbedingt mehr Belastung als während des restlichen Jahres. Berufliche Anforderungen, Verantwortung in der Familie oder organisatorische Aufgaben bleiben häufig unverändert bestehen.


Gleichzeitig verändern sich jedoch die Rahmenbedingungen. Kürzere Tage, weniger Tageslicht und Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus können dazu beitragen, dass weniger Energie für die Bewältigung des Alltags zur Verfügung steht (Wirz-Justice, 2018).


Psychologisch wird dadurch häufig nicht neue Belastung erzeugt. Vielmehr werden bereits bestehende Anforderungen mit geringeren verfügbaren Ressourcen bewältigt. Innere Anspannung, die über längere Zeit gut kompensiert werden konnte, tritt dadurch deutlicher in den Vordergrund (McEwen, 1998).


Gerade Frauen mit hoher Mehrfachverantwortung erleben deshalb häufig, dass sie sich im Herbst schneller erschöpft fühlen, obwohl sich ihre äusseren Anforderungen kaum verändert haben. Die Belastung entsteht dabei nicht allein durch die Jahreszeit, sondern durch das Zusammenwirken von anhaltender Verantwortung und einer vorübergehend geringeren Regenerationsfähigkeit.


Wenn du besser verstehen möchtest, weshalb Mehrfachverantwortung zu einer anhaltenden inneren Anspannung beitragen kann, findest du dazu weitere Informationen im Beitrag «Mehrfachverantwortung bei Frauen: Warum innere Anspannung oft bestehen bleibt».



Warum innere Anspannung im Herbst häufig stärker spürbar wird


Neben psychologischen Faktoren verändern sich im Herbst auch verschiedene biologische Rahmenbedingungen. Weniger Tageslicht kann den Schlaf-Wach-Rhythmus, das Energieerleben und die Stimmung beeinflussen (Wirz-Justice, 2018).


Diese körperlichen Veränderungen erklären jedoch nicht vollständig, weshalb viele Frauen gerade im Herbst eine stärkere innere Anspannung erleben.


Symbol für Rückzug und Selbstschutz – Herbstmüdigkeit bei Frauen

Psychologisch bedeutsam ist vor allem das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Bleiben berufliche, familiäre und organisatorische Anforderungen unverändert bestehen, während gleichzeitig weniger Energie für ihre Bewältigung zur Verfügung steht, kann ein bereits erhöhtes Aktivierungsniveau deutlicher spürbar werden (McEwen, 1998).


Gerade Frauen mit hoher Mehrfachverantwortung berichten deshalb häufig, dass sie sich schneller erschöpft fühlen oder sich innere Anspannung schwerer regulieren lässt. Dabei entsteht diese Belastung nicht allein durch die Jahreszeit, sondern durch das Zusammenwirken von anhaltender Verantwortung und einer vorübergehend geringeren Regenerationsfähigkeit.


Wenn du besser verstehen möchtest, weshalb sich ein erhöhtes Aktivierungsniveau nicht unmittelbar zurückbildet, findest du dazu weitere Informationen im Beitrag «Innere Anspannung regulieren: Warum Entlastung allein oft nicht ausreicht».



Warum viele Frauen trotzdem weiter funktionieren

Arbeitsplatz als Symbol dafür, dass Verantwortung trotz zunehmender Erschöpfung häufig weitergetragen wird

Auch wenn Erschöpfung deutlicher wahrgenommen wird, verändert sich der Alltag häufig nicht unmittelbar. Berufliche Aufgaben, familiäre Verantwortung und organisatorische Anforderungen bestehen meist weiter.


Gerade Frauen mit hoher Mehrfachverantwortung erleben deshalb häufig, dass sie ihre Belastung zwar wahrnehmen, ihren Alltag aber dennoch weiter bewältigen. Funktionieren wird dabei nicht bewusst gewählt, sondern entwickelt sich oft als naheliegende Reaktion auf anhaltende Verantwortung.


Psychologisch betrachtet kann dieses Muster dazu beitragen, dass eigene Bedürfnisse über längere Zeit in den Hintergrund treten. Innere Anspannung bleibt bestehen, weil Erholung allein häufig nicht ausreicht, solange Verantwortung innerlich weiter präsent bleibt.


Wenn du besser verstehen möchtest, weshalb Funktionieren mit der Zeit dazu führen kann, dass sich der Alltag immer weniger stimmig anfühlt, findest du dazu weitere Informationen im Beitrag «Funktionieren im Alltag: Warum sich das Leben irgendwann nicht mehr stimmig anfühlt».




Warum sich Erschöpfung oft aufrechterhält

Sonnenlicht zwischen Bäumen als Symbol dafür, dass Verständnis für psychologische Zusammenhänge neue Orientierung schaffen kann.

Erschöpfung verschwindet häufig nicht allein dadurch, dass sie wahrgenommen wird. Viele Frauen erleben zwar deutlicher, dass ihre Kräfte nachlassen, gleichzeitig bleiben die äusseren Anforderungen jedoch bestehen.


Hinzu kommt, dass mentale Verantwortung und innere Anspannung häufig auch dann weiter bestehen, wenn der Körper bereits Erschöpfung signalisiert. Das Aktivierungsniveau bleibt erhöht, weil berufliche, familiäre oder organisatorische Verantwortung innerlich nicht einfach beendet werden kann (McEwen, 1998).


Dadurch entsteht leicht ein Kreislauf: Erschöpfung wird spürbar, gleichzeitig wird weiter funktioniert, weil Verantwortung als unverändert erlebt wird. Die notwendige Regeneration bleibt dadurch oft unvollständig (Porges, 2011).


Diese Dynamik bedeutet nicht, dass Erholung unmöglich ist. Sie macht jedoch verständlich, weshalb sich innere Anspannung häufig nicht allein durch einzelne freie Tage oder kurzfristige Entlastung zurückbildet (Porges, 2011).


Wenn du besser verstehen möchtest, weshalb sich ein erhöhtes Aktivierungsniveau nicht unmittelbar reguliert, findest du dazu weitere Informationen im Beitrag «Innere Anspannung regulieren: Warum Entlastung allein oft nicht ausreicht».




Fazit

Ruhe und Regeneration – Körper und Psyche im Gleichgewicht

Viele Frauen erleben im Herbst eine stärkere innere Anspannung oder mentale Erschöpfung, obwohl sich ihre äusseren Anforderungen kaum verändert haben. Psychologisch lässt sich dieses Erleben häufig dadurch erklären, dass anhaltende Verantwortung auf vorübergehend geringere körperliche und mentale Ressourcen trifft.


Der Herbst ist dabei nicht die eigentliche Ursache der Belastung. Vielmehr können Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, weniger Tageslicht und eine geringere Regenerationsfähigkeit dazu beitragen, dass ein bereits erhöhtes Aktivierungsniveau deutlicher wahrgenommen wird.


Diese Zusammenhänge zu verstehen, kann helfen, das eigene Erleben differenzierter einzuordnen und innere Anspannung nicht ausschliesslich als persönliche Schwäche oder mangelnde Belastbarkeit zu bewerten.


Wenn du besser verstehen möchtest, weshalb sich ein erhöhtes Aktivierungsniveau nicht unmittelbar zurückbildet, findest du dazu weitere Informationen im Beitrag «Innere Anspannung regulieren: Warum Entlastung allein oft nicht ausreicht».


Wenn du dich in diesen Beschreibungen wiedererkennst, geht es häufig nicht darum, dich stärker anzustrengen oder besser zu funktionieren. Vielmehr kann es hilfreich sein, die eigene Situation psychologisch einzuordnen und zu verstehen, weshalb sich innere Anspannung unter bestimmten Bedingungen verstärken kann.


In meinen Coachings entsteht genau dieser Raum, um die eigene Situation psychologisch einzuordnen und Schritt für Schritt mehr innere Stabilität im Alltag aufzubauen.




Quellen

  • Golmohamadi, S., Afshari, A., Esmaeili, R., & Mohammadi, N. (2025). Why are women more fatigued than men? The roles of stress, sleep, and repetitive negative thinking. Psychology, Health & Medicine. Advance online publication. https://doi.org/10.1080/13548506.2025.2490212

  • McEwen, B. S. (1998). Stress, adaptation, and disease: Allostasis and allostatic load. Annals of the New York Academy of Sciences, 840(1), 33–44. https://doi.org/10.1111/j.1749-6632.1998.tb09546.x

  • Porges, S. W. (2011). The polyvagal theory: Neurophysiological foundations of emotions, attachment, communication, and self-regulation. W. W. Norton & Company.

  • Wirz-Justice, A. (2018). Seasonality in affective disorders. Dialogues in Clinical Neuroscience, 20(3), 191–200.



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Coaching für Frauen | Parkstrasse 25, 5400 Baden | www.mvbcoaching.ch 


Monia von Burg


Wer bin ich?


Ich bin Monia von Burg, Psychologin (MSc UZH) und Coach für Frauen in Baden (AG) und online.


Ich begleite Frauen, die im Alltag viel Verantwortung tragen und merken, dass die innere Anspannung bestehen bleibt – auch dann, wenn nach aussen vieles funktioniert.


In meinen Coachings geht es nicht darum, noch mehr zu leisten oder sich besser zu organisieren.


Sondern darum, die eigene Situation differenziert zu verstehen und einen Umgang zu entwickeln, der langfristig mehr Stabilität im Alltag ermöglicht.



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